Mode trifft Moral. Und Konsumenten.

By März 10, 2016Blog, Nachhaltigkeit
FutureFlux Mode trifft Moral Arianna Nicoletti

Gastbeitrag von Arianna Nicoletti (Co-Founder aluc Upcycling Fashion Berlin)

FutureFlux Mode trifft Moral Arianna Nicoletti Die Fast Fashion hat in den letzten 30 Jahren das System der Mode komplett zerstört und dabei auch Umwelt- und soziale Katastrophen verursacht. Das Rana Plaza Unglück ist das bekannteste Beispiel: ein 8-stöckiges Gebäude, das beim seinem Einsturz am 24.04.2013 mehr als 1300 Mitarbeiter begraben hat. Die Opfer waren Näher und Näherinnen, die für wenige Cent am Tag für die größten internationalen Modemarken der Fast Fashion Industrie billige Bekleidungsstücke hergestellt haben.

„Enough is enough“ sagte die Mode-Aktivistin Carry Somers, als sie in 2013 die internationale Bewegung „Fashion Revolution Day“ gegründet hat. Nach der Rana Plaza Katastrophe hat auch die deutsche Presse ihren Fokus stärker auf die verschiedenen Aspekte der schnelllebigen Modewelt gesetzt.

Die Wanderausstellung „Fast Fashion: die Schattenseite der Mode“, ein Projekt des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg, befindet sich gerade im Deutschen Hygiene Museum in Dresden und bündelt eine Flut an Informationen auf eine sehr ansehnliche Art und Weise.

Durch die vielschichtigen Informationsmaterialien, z. B. Videos, Tafeln oder Kleidungsstücke, wird den Konsumenten die paradoxe und dramatische Art des globalen Modesystems erklärt. Doch fast am Ende dieses Wegs, wenn die Besucher sich schon heimlich fragen: „Wann, warum, wo, in welcher Qualität und zu welchem Preis habe ich mir das letzte Kleidungsstück neu gekauft?“ werden Alternativen vorgestellt. Optimismus macht sich breit: es ist doch möglich lokal-produzierte, soziale und umweltfreundliche tolle Mode zu kaufen.

Am Wochenende vom 26.-28.02.2016 hat das Deutsche Hygiene Museum in Dresden eine vielfältige Veranstaltung unter dem Titel „Mode Trifft Moral“ organisiert, die es für alle Teilnehmer ermöglichte, tiefer in die ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekte der Mode einzutauchen. Das 3-tägige Programm beinhaltete unter anderem eine Modenschau, ein Theaterstück über die Textilindustrie in Bangladesch, Podiumsdiskussionen und Workshops.

Das Event war bis ins Detail sehr gut gelungen. Mit der Filmvorführung von „The True Cost“ hat die Veranstaltung am Freitag begonnen. Besonders erfolgreich war der zweite Tag mit seinen interessanten Vorträge und der ausverkauften Theater-Performance vom Flinntheater „The songs of a t-shirt“. Am Sonntag hatten die Gäste freien Eintritt und konnten an Rundtischen oder Aufstellern mit Experten über Themen wie Fernproduktionen, Arbeitsbedingungen und deren Alternativen diskutieren. Außerdem hatten die Besucher den ganzen Tag die einzigartige Möglichkeit, direkt mit den ausgestellten „Slow Fashion“ Designern aus Sachsen zu reden und sich über lokale Alternativen zu informieren.

Beeindruckend war die zahlreiche Teilnahme von Familien mit Kinder, die mit Begeisterung die Ausstellung besuchten und aktiv an den Workshops teilnahmen. Der Erfolg des Wochenende-Programms lag ohnehin daran, dass die unterschiedlichen kulturellen Formate wirklich alle Konsumenten ansprachen, von Neulingen bis hin zu Experten im Bereich der nachhaltigen Mode.

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